"Genau hier möchte ich eine Papierfabrik"
„Genau hier möchte ich bitte eine Papierfabrik“
Auf innovative Ingenieur-Leistungen für die Papier- und Zellstoffindustrie hat sich das Linzer Unternehmen TBP Piesslinger spezialisiert. 73 Prozent des Umsatzes werden heuer im Ausland erwirtschaftet. Mit der neuen Papiermaschine in Laakirchen gelang es aber, ein heimisches Vorzeigeprojekt zu entwickeln, das Techniker und Manager der Branche aus ganz Europa nach Oberösterreich lockt.
Das technologische Spektrum wird komplexer, die Märkte zunehmend global. Damit wächst der Planungs- und Koordinationsbedarf bei der Errichtung und Instandhaltung von Produktionsanlagen. „Technische Kompetenz ist eine conditio sine qua non“, so Ferdinand Wimmer, geschäftsführender Gesellschafter von TBP Piesslinger: „den entscheidenden Nutzen ziehen unsere Auftraggeber aber aus der Tatsache, dass wir der erste Anbieter für die Papier- und Zellstoffindustrie sind, bei dem der Kunde nur mehr mit einem Unternehmen kommunizieren muss.“
Schnittstellen reduzieren
„Genau hier möchte ich bitte eine Papierfabrik.“ Diesen Claim hat TBP Piesslinger daher für seine Kunden abgesteckt. „Ausgereifte und doch individuelle Lösungen aus einer Hand, mit nur einem Unternehmen kommunizieren, Komplexitätskosten vermeiden und Schnittstellen reduzieren“, beschreibt Wimmer die Vorteile. In Zeiten immer enger werdender Termine und Budgets sind das wesentliche Argumente. Für eine weit reichende Partnerschaft im Projektgeschäft bedarf es aber auch einer gehörigen Portion Vertrauen. Ein Vertrauen, das die SCA Laakirchen den Planern und Beratern aus Linz auch beim Neubau der graphischen PM 11 entgegenbrachte.
Neue Standards
Das Projekt wurde in der Rekordzeit von nur 16 Monaten realisiert, und das bei einem Engineering- und Abwicklungs-Umfang von 100.000 Stunden. Eine spezielle Software ermöglichte den permanenten Austausch von Daten und Fließschemata zwischen den Rechnern in Linz und Laakirchen. Dadurch waren die Ingenieure des Auftraggebers in alle Projekt-Phasen eingebunden und über den Planungsfortschritt informiert. Computergestützte Simulation von Stoff- und Wasserströmen sowie 3D-CAD Technik bringen Effizienzgewinne, die sich über den gesamten Lebenszyklus der Anlage erstrecken. Die PM 11 ist auf eine Jahresproduktion von 360.000 Tonnen ausgelegt und zieht wie ein Magnet Fachleute aus der Branche nach Laakirchen, die sich von den neuen Standards ein Bild machen wollen.
Chance für HTL-Absolventen
Mit der Auftragslage zeigt man sich bei Piesslinger hoch zufrieden. Engpässe sieht Wimmer bei der Rekrutierung von Fachpersonal. „Wir sind laufend auf der Suche nach HTL-Absolventen und bieten abwechslungsreiche Jobs und hervorragende Aufstiegschancen. CAD-Arbeit am Bildschirm ist auch für Frauen eine interessante Alternative, schade, dass sich nur wenige Mädchen für eine technische Ausbildung entscheiden.“ Wimmer denkt auch über die Schaffung eines neuen Berufsbilds nach. Wer eine gemischte Ausbildung zum Schlosser und CAD-Planer durchläuft, könnte zu Beginn seiner Karriere als Montageleiter gutes Geld verdienen und später, falls aus familiären Gründen gewünscht, in den planerischen Innendienst wechseln.
Die Leistungspalette von Piesslinger umfasst neben Beratung und Planung auch die Projektabwicklung, Contracting und Personalleasing. Das Unternehmen arbeitet schwerpunktmäßig in Europa, ist als Sublieferant von Anlagenbaufirmen aber weltweit tätig. Zur Betreuung des deutschen Marktes wurde im Vorjahr eine eigene Firma gegründet. TBP Piesslinger beschäftigt am Stammsitz in Linz 60 Mitarbeiter und weitere 30 bei Interprojekt, einem Joint-Venture Unternehmen in Polen. Der konsolidierte Jahresumsatz betrug zuletzt zehn Millionen Euro.
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Inserat Erscheinung:
"Papier aus Österreich" 09/2002
